Weniger
Unfalltote in Bayern
Schulz! berichtet aus aller Welt.
MÜNCHEN.
Wie das bayrische Verkehrsministerium anläßlich der Präsentation
der neuen Unfallstatistik mitteilt, ist die Zahl der Unfalltoten in Bayern
im Vergleich zum Vorjahr um rund 60 Prozent gesunken, die Zahl der Verkehrsunfälle
hat sich ebenfalls drastisch verringert. Die Zahlen sind damit wieder vergleichbar
mit dem Vorjahr. Grund dafür ist nach Aussage des Verkehrsministers
des süddeutschen Bundeslandes der Abbau von Verkehrsschildern, welche
erst 1994 eingeführt wurden. Damals wurden flächendeckend Hinweisschilder
mit dem Text "Bei Alkohol - Hände weg vom Steuer" aufgestellt.
Anlaß
war die hohe Zahl alkoholisierter Fahrer, die bei Polizeikontrollen ermittelt
wurden. Doch viele der an- und betrunkenen Fahrer nahmen die Hinweise zu
wörtlich. Wenn sie ein entsprechendes Schild sahen, nahmen sie die
Hände während der Fahrt vom Steuer. Folgenschwere Unfälle
waren damit vorprogrammiert. "Mit dem Abbau der Schilder hat sich der Verkehr
in Bayern wieder normalisiert" so der Verkehrsminister. Wie aus der Münchner
Polizeidirektion zu erfahren war, probieren die Beamten derzeit ein neues
Verfahren.
Vor
Gaststätten und Discotheken werden Handzettel mit dem Text "Sie haben
Alkohol getrunken? Lassen Sie Ihren Wagen stehen!" verteilt. Ersten Meldungen
zufolge sollen anschließend ertappte alkoholisierte Fahrer diesen
Aufruf befolgt haben. Sie ließen "ihren" Wagen stehen und nahmen
den eines Freundes. Der Minister dazu: "Das Projekt steckt noch in der
Erprobungsphase. Aber immerhin gibt es keine zusätzlichen Unfälle
zu beklagen, wir arbeiten dran."
01.12.1995 |