Durchbruch
in der Gentechnologie: Sprechendes Gemüse gezüchtet
Schulz! berichtet aus aller Welt.
WASHINGTON.
Ein sensationelles Ergebnis konnte unlängst eine US-amerikanische
Forschergruppe zum Ende einer Gen-Testreihe vorlegen. Nach fast fünfjähriger
Arbeit war es ihnen gelungen, durch Genmanipulation einen sprachfähigen
Blumenkohlkopf zu züchten. Auf dem diesjährigen Gentechniker-Kongress
in Washington wurde der Blumenkohl der Fachwelt und Presse vorgestellt.
Professor
Randolp S. Walkerson, Leiter der Versuchsreihe des Universitätslabors
Chigaco, stellte die Vorgehensweise seines Teams vor. "Zu Beginn der Forschungen
pflanzten wir verschiedenen Obst- und Gemüsesorten menschliche Sprachgene
ein und kreuzten sie mit den Genen, welche für die Entwicklung der
Sprachorgane verantwortlich sind. Bereits nach drei Jahren, also in der
dritten Generation, hatte sich eine sprachfähige Banane entwickelt.
Leider lagen die Sprachorgane unter der Schale und so nutzte uns dieser
Fortschritt wenig. Inzwischen erzielten wir aber vorzeigbare Erfolge beim
Kohlgemüse.
Der
Blumenkohl entwickelte sich dabei am ehesten in unserem Sinne. Die fünfte
Generation ist nun voll sprachfähig." Dennoch mußte Prof. Walkerson
die Begeisterung seiner Zuhörer etwas eindämmen. Er zweifelte
daran, dass in absehbarer Zeit sprechende Pflanzen unseren Planeten
bevölkern würden. Zur Begründung führte er die Tatsache
an, dass zum Sprechen nicht nur Sprachorgane nötig wären.
Vielmehr seien auch Hörorgane Bedingung, um den Klangaufbau einer
Sprache umsetzen zu können. Und um eine Sprache sinnvoll einzusetzen,
bedarf es natürlich Intelligenz.
All
dies würde noch mehrere Jahre Forschung erfordern und ob überhaupt
intelligentes Obst und Gemüse gezüchtet werden sollte, müßte
erst noch vom moralischen sowie ethischen Gesichtspunkt bewertet werden.
Auf die Frage seitens der Presse, was er denn damit genau meine, antwortete
der Professor: "Stellen sie sich vor, sie kaufen einen Beutel Kartoffeln.
Zu Hause nehmen sie eine heraus und unterhalten sich mit ihr, sagen wir
mal, über das Wetter. Sie wissen, wenn sie diese Kartoffel jetzt mit
einem Messer bearbeiten, wird sie schreien und darum betteln, verschont
zu werden. Könnten sie ihr dann wirklich noch die Haut abziehen?"
Mit nachdenklichen Gesichtern verließen die anwesenden Teilnehmer
den Kongress.
01.01.1996 |