Lüneburger
Heide wird Atomwaffen-Testgebiet
Schulz! berichtet aus aller Welt.
Lange
hatten sich die Gerüchte gehalten, ebenso lange und hartnäckig
wurde von offizieller Seite dementiert. Doch letzte Woche wurde unserem
Magazin anonym Material zugespielt, aus welchem eindeutig hervorgeht -
die Lüneburger Heide wird Atomwaffen-Testgebiet. Bereits 1990 führten
deutsche Sicherheitsexperten mit US-amerikanischen, britischen und französischen
Kollegen Gespräche über den Aufbau einer atomaren Streitmacht
unter bundesdeutscher Kontrolle. Hintergrund war der Abzug der entsprechenden
Streitkräfte der NATO-Partner nach dem Zerfall des osteuropaischen
Militärbündnisses.
Die
damit verbundene neue Verwundbarkeit Deutschlands sowie die fortschreitende
Europaisierung der Verteidigungspolitik forderten ein neues Konzept. Nach
diesem neuen Konzept, auf welches sich die Verhandlungspartner im Sommer
1992 einigten, startete die Bundesrepublik Anfang 1993 erste Versuche.
Inzwischen sind die Forschungsreihen weit genug fortgeschritten, um in
die praktische Erprobung zu gehen. Da Deutschland über keine kolonialen
Gebiete in Übersee verfügt, wie z.B. Frankreich, mußte
ein passender Ort im eigenen Land gefunden werden. Auf der Innenministerkonferenz
im Dezember 1995 einigten sich die Verantwortlichen auf ein Gebiet in der
Lüneburger Heide.
Für
die vorerst vierteilige unterirdische Testreihe wurde der Naturpark Südheide
nördlich von Celle und südwestlich von Uelzen ausgewählt.
Da von den Tests nach Aussage der am Projekt beteiligten Wissenschaftler
keinerlei Gefahr für die Bevölkerung ausgehen soll, wird diese
nach den vorliegenden Plänen nicht informiert bzw. evakuiert. Das
uns vorliegende Dokument nennt auch den Zeitpunkt des ersten Tests: der
11. Juni 1996. Trotz der eindeutigen Fakten konnten wir bisher leider keine
Stellungnahme der Bundesregierung erreichen.
01.06.1996 |