Ziegen
und Glasperlen als neues Zahlungsmittel?
Schulz! berichtet aus aller Welt.
TIMBUKTU
/ MANCHESTER. In dem Fußballclub Manchester United herrscht dicke
Luft. Grund ist ein Streit um die Ablösesumme für den afrikanischen
Nationalspieler Banta Matanaba aus Timbuktu, der in dieser Saison für
den englischen Verein auf's Spielfeld sollte und von dem man sich neue
Impulse für den Kampf um den Meistertitel erhofft. Nach einem Beschluß
des Weltfußballverbandes sollen Ablösesummen für ausländische
Spieler künftig in der jeweiligen Währung des Landes gezahlt
werden, aus dem der Spieler stammt. Diese Maßnahme soll die Transfersummen
für die einheimische Sportlerwelt transparenter gestalten. Bisher
hat dieses System auch recht gut funktioniert, zumal damit auch einer Forderung
der Länder, die nicht us-orientiert sind und den Dollar als Zahlungsmittel
ablehnen, nachgekommen wurde.
Doch
jetzt hat die Fußballwelt ihren ersten Transferskandal seit Einführung
der neuen Regelung. Manchester United nahm Matanaba unter Vertrag und begann
dann mit Verhandlungen über die zu zahlende Ablösesumme. Und
scheinbar hatte die Vereinsleitung ihre Hausaufgaben nicht gemacht, denn
anstatt harter Währung boten die Briten den Afrikanern Ziegen, Glasperlen,
bunte Decken und eine Herde Schafe. Verärgert wurde das Angebot in
Timbuktu zurückgewiesen mit der Begründung, Ziegen seien zwar
als Brautpreis Tradition, aber kein angemessenes Zahlungsmittel für
einen Fußballnationalspieler. Leidtragender derr Affäre wird
Matanaba sein. Inzwischen hat die Saison in England ohne ihn begonnen,
und er wird wohl auch nicht mehr für Manchester United starten. Sein
Heimatverein FC Timbuktu aber will Matanaba keine zweite Chance geben,
da er den Verein entgegen der Tradition ohne vorherige Absprache mit dem
Medizinmann verlassen wollte.
01.11.1996 |