Nackte
Tatsachen auf Sylt
Schulz! berichtet aus aller Welt.
SYLT.
Auf der Insel der Reichen und Schönen hat die vergangene Urlaubssaison
im Verbrechensbereich Probleme bisher nie dagewesenen Ausmaßes aufgeworfen.
In den folgenden Wintermonaten sollen nun die auf Landes- und Kommunalebene
gebildeten Sonderkommissionen bei Kriminal-, Schutz- und Wasserpolizei
Lösungsmöglichkeiten erarbeiten, um der drohenden Gefahr in der
nächsten Saison von Anfang an Herr zu werden. Hauptkommissar Luigi
Benevette von der Interpol Italien hat die Leitung des insgesamt rund fünfzigköpfigen
Teams übernommen. Experten aus Florida, Spanien, Skandinavien und
Holland unterstützen die deutschen Kollegen. Benevette erhofft sich
von der internationalen Zusammenarbeit Impulse bei den Lösungsansätzen.
Außerdem
sollen die gefundenen Lösungswege weltweit eingesetzt werden, da bisher
noch kein Mittel gegen die drohende Gefahr gefunden wurde, aber viele Staaten
betroffen sind. Doch wie sieht die drohende Gefahr eigentlich aus, die
über alle FKK-Strände dieser Welt hinwegzuschwappen droht? Kommissar
Benevette dazu: "Es handelt sich um kriminelles Verhalten an den betroffenen
Orten. Der Polizei werden immer wieder Fälle gemeldet, in denen es
zu Belästigungen, ja sogar zu Bedrohungen kommt. Spanner treiben ihr
Unwesen an den Rändern der Strände, mit riesigen Teleskopen und
Ferngläsern ausgerüstet. Scheinbar harmlose Urlaubsfotografen
knipsen wild in der Gegend herum und bieten die Bilder Sex-Zeitschrifen
und privaten Sammlern an. Neulich hat sich ein Ehepaar in einem Kontaktmagazin
wiedererkannt und die Aufnahmen stammen eindeutig von einem FKK-Aufenthalt
auf Sylt.
Fummler
haben natürlich hier auch Hochsaison, kommen sie doch gerade bei Nackten
sehr einfach ans Ziel." Und die Polizei steht an vielen Stränden vor
verschlossenen Türen und kann kaum etwas tun. Selbst uniformierte
Ordnungshüter dürfen z.B. in Sylt nicht in die FKK-Gebiete. Sogar
das Tragen von Sonnenbrillen ist hier zum Teil verboten, also auch das
Tragen von Gürteln. Benevette dazu: "Freiwillige haben wir genug für
den Einsatz als FKK'ler. Vor allem junge Polizisten melden sich ständig.
Doch wir haben dieses große Problem mit den Pistolen. In der Hand
halten, können wir das Gerät doch nicht dauernd, wir brauchen
die Hände doch mal frei, wenn wir helfen müssen. Zur Ausstattung
jedes Beamten gehören ja auch ein Schlagstock, eine Taschenlampe,
ein Funkgerät, Schreibsachen, eine Trillerpfeife. Und wo sollen die
Einsatzkräfte das Polizeiabzeichen anbringen? Etwa an einer Kette
um den Hals?" Bleibt zu hoffen, dass die Sonderkommissionen bis zum
nächsten Sommer eine Lösung finden.
01.12.1996 |