Überfall
auf Samenbank
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Augsburg.
Wie die Polizei Augsburg mitteilte, hat bereits in der letzten Woche ein
26jähriger die Bayerische Samenbank überfallen und ist ist mit
mehreren tausend Spermaproben geflohen. Die sofort eingeleitete Fahndung
führte schon kurz darauf zum Erfolg. Der Mann fiel in einem Bistro
einem Kellner auf, als er sich von diesem die Telefonnummer eines Erotikversandes
geben ließ, wo er die Beute an den Mann bringen wollte. Der Kellner,
der zuvor im Radio die Raubmeldung gehört hatte, alarmierte sofort
die Polizei.
Der
überrumpelte Täter ließ sich von den Beamten widerstandslos
festnehmen und abführen. Beim Verhör gab er zu Protokoll, dass
er die Samenbank durch Zufall überfallen habe. Eigentlich habe er
ja eine richtige Bank ausrauben wollen. Er sei Analphabet und habe sich
von einem Freund das Lesen des Wortes "Bank" beibringen lassen. Dann habe
er vor dem Gebäude gestanden und den entsprechenden Wortteil gelesen.
Ein
wenig irritiert sei er schon über die unübliche Einrichtung gewesen,
doch als die Dame am Empfang ihm auf die Worte "Her mit dem Zeug!" viele
Behälter aus einem Tresor einpackte, hatte er geglaubt, es sei alles
in Ordnung. Die Staatsanwaltschaft überlegt zur Zeit noch, welcher
Verbrechen der Mann angeklagt werden soll. Sicher ist ihm ein Verfahren
wegen Raub. Ob ein Anklagepunkt wegen versuchten Banküberfalls hinzukommt,
muß noch geklärt werden. Auch, ob es weitere Anklagepunkte geben
wird, ist unklar.
So
hat der Ankläger eine Anfrage eingereicht, in der entschieden werden
soll, ob durch den Raub der Spermaproben und dem versuchten Verkauf nicht
der Tatbestand der Hehlerei erfüllt wurde. Die Leitung der Samenbank
geht sogar noch weiter. Sie will den Täter wegen Entführung und
Geiselnahme verurteilt wissen, immerhin enthielten die Spermaproben zukünftiges
Leben. Sollte dem Antrag zugestimmt werden, droht auch eine Anzeige wegen
Totschlags, denn durch die unsachgemäße Handhabung sind einige
der Proben unbrauchbar geworden.
01.02.1997 |