Tausende
Zebras angepinselt
Schulz! berichtet aus aller Welt.
Kingali.
In Kenia wurde Regierungsberichten zufolge kürzlich eine umfassende
Tierschutzaktion abgeschlossen. Wie der für den Tierschutz zuständige
Minister Watanabe Manribi in einem Interview von Radio Kingali erklärte,
seien in den letzten Monaten in Kenia mehrere zehntausende Zebras von Wildhütern
unter Mithilfe von Tierschützern weiß, braun und schwarz angemalt
worden. Mit Betäubungsgewehren hatten die Einsatzkräfte Jagd
auf die Tiere gemacht. Ganze Herden mit zum Teil über hundert Tieren
wurden in einem Einsatz betäubt und bemalt.
Ein
Jagdkommando verfolgte die Herde dabei auf Fahrzeugen, während ein
Arbeitskommando die bereits getroffenen Tiere mit einer natürlichen
und ungiftigen, aber wasserfesten Farbe anstrich. Die Kosten für die
gesamte Aktion bezifferte Manribi auf rund fünf Millionen Dollar.
Das Geld war von internationalen Umwelt- und Tierschutzorganisationen zur
Verfügung gestellt worden. Hintergrund für diese einmalige Art
des Tierschutzes ist ein Beschluß der Regierung Kenias, neue Wege
bei der Bekämpfung der Wilderei zu gehen. Zebras gehören zu den
beliebtesten Beutetieren der illegalen Jäger.
Diese
haben es zumeist auf das Fell der Tiere abgesehen. Durch das Bemalen wird
dieses nun aber für den Handel unbrauchbar, da sich die Farbe nich
mehr entfernen läßt. Sollte der Eingriff in die natürliche
Beschaffenheit der Tiere keine negativen Nachwirkungen mit sich bringen,
sollen ähnliche Maßnahmen durchgeführt werden: Elefanten
sollen in Narkose die Stoßzähne entfernt und gegen belastbaren
Plastikersatz ausgetauscht werden. Mittlerweile haben weitere afrikanische
Staaten ähnliche Maßnahmen beschlossen.
01.04.1997 |