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Wird deutscher Landkreis dänisch? 

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Kiel. Der schleswig-holsteinische Landkreis Flensburg will sich unserem nördlichen Nachbarn Dänemark anschließen. Der Kreistag hat am Wochenende eine entsprechende Resolution verabschiedet. Nach Aussage des Flensburger Kreisdirektors gab es einige gewichtige Gründe für den Beschluß. Ausschlaggebend war sicher der hohe Anteil dänischer und dänischstämmiger Bürger in der Bevölkerung Flensburgs. Sie sind auch die Initiatoren des Volksbegehrens "Deutsches Dänemark", und die Stimmen dänischer Kreistagsabgeordneter bildeten eine solide Grundlage für eine Annahme der Resolution. Doch nicht nur ethnisch-kulturelle Interessen standen bei dem Wunsch nach einem Staatenwechsel Pate.  

Die nennenswerte Verbesserung der wirtschaftlichen und sozialen Situation durch einen Anschluß an Dänemark dürfte auch viele deutsche Skeptiker überzeugt haben. Dänemark gilt auch in diesen krisengeschüttelten Zeiten als gesunder Staat, seine Politik ist innovativ und zukunftsorientiert. Nach dem Beschluß auf Kreisebene gilt es nun, den Landtag in Kiel zu überzeugen. Einige Kieler Politiker haben bereits offen ihre Symphatien für das Flensburger Vorhaben geäußert. In letzter Instanz muß dann der Bundestag entscheiden, dessen Beschluß rechtskräftig und verbindlich sein wird.  

Doch wenn in Kiel positiv entschieden werden sollte, dürfte sich der Bundestag wohl kaum gegen den Antrag aussprechen, wäre dies doch ein Verstoß gegen demokratische Grundregeln. Die dänische Regierung in Kopenhagen hat inzwischen ihre Zustimmung gegeben. Innenminister Otto Schily hingegen befürchtet eine mögliche Signalwirkung. Eine Reihe weiterer Landkreise, vor allem an den Grenzen zur Schweiz und zu Österreich, könnten den Anschluß an ihre Nachbarstaaten beantragen. Zum Index  01.12.1998 

 

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